Pressekonferenz Mai 1993 IV Drucken
Pressemitteilungen
Geschrieben von: Dr. David Winizki   
Dienstag, 18. Mai 1993 00:00

Drogentote? Prohibitionstote!

Gesundheitliche Gefahren wegen der Drogen-Verbotspolitik

Hunderte von meist jungen Leuten sterben heute jhrlich an den Folgen der Drogen-Verbotspolitik und nicht wegen der Schädlichkeit der Drogen. Die Prohibition führt zu polizeilicher Verfolgung der DrogenkonsumentInnen sowie zu massiv überhöhten Preisen für die illegalen Stoffe, die ausserdem verunreinigt und von wechselnder, unbekannter Konzentration sind. Die Konsequenzen polizeilicher Verfolgung sind ein unmenschlicher Beschaffungsstress, die Unfähigkeit, einer geregelten Arbeit nachzugehen und die Flucht in riskante Konsumformen. Die Stoffpreise in der Grössenordnung eines durchschnittlichen Monatslohns verstärken noch die Tendenz eines riskanten Konsumverhaltens. Sie führen ausserdem, verstärkt durch die gleichzeitige Erwerbsunfähigkeit, zu einem Mangel an finanziellen Ressourcen für die elementarsten menschlichen Bedürfnisse. Die Folge von Beschaffungsstress und sozialer Desintegration mit ungesunder Lebensweise ist eine gefährliche Abwehrschwäche. Diese mangelnde Immunität sowie die riskanten Umgangsformen mit dem verunreinigten Stoff führen in letzter Konsequenz zu Krankheiten und Tod.

Körperliche Folgen und Gefahren von Drogen

Es ist unbestritten, dass eine überdosis Heroin oder Kokain tödlich ist. Durch kontrollierte Stoffqualität mit detaillierter Produkteinformation - wie es unsere Volksinitiative vorsieht - ist das Risiko unbeabsichtigter überdosierungen sehr klein.

Es ist unbestritten, dass alle psychoaktiven Substanzen die Unfallgefahr erhöhen. Dank Prävention und Information ist dieser Gefahr die nötige Beachtung zu schenken. Es ist andererseits in Fachkreisen auch unbestritten, dass Betäubungsmittel - unter intakten sozialen Bedingungen und mit risikoarmen Konsumformen gebraucht - weder kurzfristig noch langzeitig zu körperlichen Schädigungen von Bedeutung führen.

Die Gefahr der Betäubungsmittelsucht

Werden wir in Zukunft durch die Legalisierung der Betäubungsmittel mehr Drogensüchtige haben?

Beim gegenwärtigen Wissensstand ist weder beweisbar, dass die Zahl der Süchtigen ansteigen wird, noch dass sie es nicht tun wird.

Es ist unseres Erachtens aber unethisch, das existierende grosse übel der Verelendung durch die jetzige Drogenpolitik in Kauf zu nehmen, um ein nur vermutetes übel zu vermeiden.

Die Suchtpotenz aller psychoaktiven Substanzen ist objektiv und subjektiv verschieden. Auch Heroin mit einer objektiv hohen Suchtgefahr kann von suchtresistenten Individuen als reines Genussmittel konsumiert werden.

Es ist andererseits - und das betonen wir immer wieder mit allem Nachdruck - nicht in unserem Interesse, die Sucht zu fördern - im Gegenteil!

Dank Jugendschutz, vermehrten Mitteln für Prävention, Werbeverbot und detaillierter schriftlicher Produkteinformation soll danach getrachtet werden:

Gefährdete vom süchtigen Konsum abzuhalten.

Risikoarme Konsumformen zu ermöglichen und zu fördern.

Die Folgen der Legalisierung von Betäubungsmitteln

Aus medizinischer Sicht bringt die Initiative eine ganz enorme Verbesserung des Gesundheitszustandes der DrogenkonsumenInnen.

Die behaupteten, vermuteten Gefahren stehen in keinem Verhältnis zu den offensichtlichen Fortschritten.