Editorial Mai 2006 Drucken
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Geschrieben von: Judith Laws   
Freitag, 12. Mai 2006 00:00

Wohin geht die Reise? Bewegt sich die Schweiz Richtung Rechtsdiktatur? Wo Minderheiten unterdrückt und eingesperrt werden? Wo demokratische Prozesse nicht mehr funktionieren? Eine Rechtsdiktatur unter dem Vorwand von Volksgesundheit? In der Drogenpolitik sollte es eine Kompromisslösung geben, so wäre es zu erwarten gewesen. Aber die Drogenpolitikreform ist Jahr für Jahr herausgeschoben worden. Als sie dann endlich auf dem Traktandum stand wurde die Diskussion im Parlament verweigert - von einer knappen Mehrheit. Gleichzeitig wurde eine Null-Toleranz erklärt, gegen Drogen im Strassenverkehr.
Jetzt hat der Bundesrat den Entschluss einer früheren Formation des Bundesrates gekippt und erklärt, der Bundesrat unterstütze keine Liberalisierung von Cannabis bzw. lehnt er die 'Pro Jugendschutz Initiative' ab und bringt nicht mal einen Gegenvorschlag.
Die Walliser Polizei hat erneut Bernard Rappaz verhaftet und alle seine winzigen Hänflinge zerstört, ein Akt purer Willkür.
Jetzt ist Bernard Rappaz seit 56 Tagen im Hungerstreik, er ist im Inselspital, immer noch in Haft.

Ist die Schweiz eine Rechtsdiktatur? Das beunruhigt mich sehr. In Amerika gibt es grossen Widerstand und viele Organisationen, die sich für Drogenpolitikreform engagieren. Zum Beispiel LEAP, Law Enforcement Against Prohibition, eine Organisation aus aktuellen und ehemaligen Angehörigen von Strafvollzugsbehörden, die eine Drogenregulierung statt einer Drogenprohibition möchten. (Current and former members of law enforcement who support drug regulation rather than prohibition).
Auf ihren T-Shirts heisst es:
Polizisten wollen die Legalisierung. Fragen Sie bitte 'warum?'!!
(sinngemäss übersetzt)
Nun, die Realität ist so skuril wie in jeder Diktatur: staatlich gelenkte Propaganda suggeriert Absurditäten, so wird hier und heute den Alkoholkonsumenten suggeriert, sie seien drogenabstinent!! Ziemlich absurd, da Alkohol auch eine Droge ist!!!
Abstinenzorientierung, so ein Schwachsinn. Um Jugendalkoholismus vorzubeugen, sollte man den Erwachsenen den Alkoholkonsum verbieten, damit sie als gute Vorbilder dienen können? Abstinenzorientierte Alkoholpolitik? An dieser Stelle noch ein Buchtip für die, die sich für Geschichte intessieren: "Altering American Consciousness: The History of Alcohol and Drug Use in the United States", ISBN: 1558494251 .
Sollen alle Kiffer eingesperrt, mit Bussen belegt, beruflich ruiniert, zwangsentzogen, umerzogen, eliminiert , dikriminiert werden? Nach amerikanischem Vorbild?
Wir müssen uns wehren!!
Get up stand up, get up for your right
get up stand up,
don't give up the fight.


Judith Laws