Editorial 4/2003 Drucken
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Geschrieben von: Judith Laws   
Montag, 15. September 2003 00:00
Editorial 4/2003: Die Wahlen sind vorbei, das neue Parlament kann sich an die Arbeit machen.
Das alte Parlament hat schon diskutiert, aber nichts beschlossen, was die Situation (in unserem Sinn) voranbringt
Ist es in Ordnung, wenn per Parlamentsbeschluss der Konsument gewisser Genuss/Suchtmittel kriminalisiert wird? Jeder geniesst gern, jeder kann süchtig werden.
Kriminalisierung von Suechtigen ist diskriminierend. Weil die Polizei ins Spiel kommt, entsteht eine total verkrampfte Situation, die den Zugang zu den Menschen mit Suchtproblemen erschwert.
Der Staat hat das Gewaltmonopol, das heisst, jeder einzene gibt sein Recht auf Gewaltausübung (um zu seinem Recht zu kommen) an den Staat ab. Und jeder einzelne muss das Recht und die Möglichkeit haben auf diese Gewalt zuzugreifen, um Recht erlangen zu können.
Indem Konsumenten von potentiell suchterzeugenden Substanzen als kriminell gelten (weil sie sich selber gefährden !!) entstehen für sie Probleme wenn sie von Dritten geschädigt werden, die Hemmschwelle, Täter anzuzeigen, ist hoch, aus Angst selber noch bestraft zu werden. So entsteht ein Teil jener Mauer des Schweigens, hinter der das organisierte Verbrechen mittlerweile 10% des Welthandelsvolumens generiert.
Diese enormen Summen und deren Verwendung unterstehen keiner Kontrolle, ein ungeheures Risiko für unsere Gesellschaften.
Drogen sind eine Geissel der Menschheit? Drogen schaden und nützen (Alkohol, ecstasy, Cannabis, Heroin, Morphin, Opium). Armut ist eine Geissel der Menschheit. Kann man jemanden bestrafen, weil er 50 gr Armut besitzt?
Das Drogenproblem muss differenziert angegangen werden, indem alle Aspekte der komplexen Problematik berücksichtigt werden.
Judith Laws