Pressekonferenz 18. Mai 1993 PDF Drucken E-Mail
Pressemitteilungen
Geschrieben von: François Reusser   
Dienstag, 18. Mai 1993 00:44

Die heutige Drogenpolitik ist in einer Sackgasse. Eine Neuausrichtung der Drogenpolitik ist dringend erforderlich. Wir streben mit unserer Volksinitiative eine kontrollierte Legalisierung an.

Denn....

....die Repression hat versagt.

....die Drogenprohibition ist gefährlicher als die Droge selbst.

Wir wollen den heutigen illegalen, in der Realität aber quasi freien Markt in einen staatlich kontrollierten Markt überführen.

Die Repression ist nicht das adäquate Mittel für den Umgang mit dem Drogenproblem.

Die Gründe für den Konsum von Betäubungsmitteln sind vielfältig, wichtige Faktoren dabei aber sind die sozialen Bedingungen, der Informationsstand und das Gesundheitsbewusstsein. Da sind Engagement für ein lebenswertes Umfeld, Prävention und Aufklärung gefordert. Repression hilft da nicht. Selbstverständlich spielt auch die Verfügbarkeit eine Rolle.

Nur - die Verknappung von einzelnen Stoffen führt lediglich dazu, dass auf andere Stoffe ausgewichen wird. Die Gesamtmenge der konsumierten Drogen wird nicht wesentlich beinflusst.

Die Repression hat nicht zu einer Verknappung des Angebotes oder der Nachfrage von illegalen Betäubungsmitteln geführt sondern lediglich zur Verelendung der Szene.

Der Konsum von illegalen Betäubungsmitteln ist in den letzten 25 Jahren kontinuierlich gestiegen. Die Verschärfung des Betäubungsmittelgesetzes im Jahre 1975 hat an dieser Entwicklung nichts geändert.

Die Repression erreicht lediglich, dass ca. 10% der illegalen Betäubungsmittel vom Markt ferngehalten werden kann. Dazu wird ca. 1/3 des gesamten Polizei- und Justizapparates beschäftigt. Experten vertreten die Meinung, dass mit dem Einsatz des gesamten Polizei- und Justizapparates oder einer entsprechenden Aufstockung, das heisst einer Verdreifachung des Aufwandes, die Erfolgsquote auf maximal 50% erhöht werden könnte. Wir würden dann aber in einem Polizeistaat leben, besser kontrolliert als im Gefängnis.

Die Kosten der heutigen Repressionspolitik sind enorm. Den jährlichen Repressionskosten von rund Fr. 202 Mio. stehen aber nur Fr. 17.2 Mio. (andere Untersuchungen sprechen von Fr. 300/30 Mio.) für die Prävention gegenüber. Dabei wären aber Prävention und nicht Repression gefordert.

 

 

suchen

Trage Dich doch für unseren Newsletter ein. Wir werden unsere Info Mailings in Zukunft vermehrt elektronisch versenden.