Legalisierung - Hearing Bundesamt für Gesundheitswesen PDF Drucken E-Mail
Studienmaterial
Geschrieben von: François Reusser   
Donnerstag, 23. September 1993 00:00

Wenn man den Konsum und den Erwerb von harten Drogen legalisieren will, muss man ein taugliches Modell vorstellen, wie die Konsumenten an ihre Drogen kommen. Wichtig sind folgende Punkte:

1. Kann sichergestellt werden, dass nur berechtigte Personen harte Drogen beziehen können ?

2. Kann die Menge der bezogenen Drogen kontrolliert werden, damit Drogen nicht in nichtbezugsberechtigte Kreise gelangen ?

3. Kann die Hemmschwelle für den Einstieg in den Konsum gegenüber heute erhöht werden ?

4. Kann sichergestellt werden, dass alle Bezüger von Drogen den Umgang mit den von ihnen bezogenen Drogen, deren Dosierung, Gefahren und Risiken kennen ?

5. Kann das Bezugsmodell so gestaltet werden, dass möglichst alle bezugsberechtigten Personen, welche heute harte Drogen konsumieren, in Zukunft ihre Drogen, sofern sie weiter konsumieren wollen, über legale Wege beziehen, damit der Schwarzmarkt zusammenfällt ?

Und genau das sind die Punkte, welche in allen öffentlichen Diskussionen über die Initiative wiederkehren. Die letztendlich ideologische Frage nach Medizinalisierung oder Nichtmedizinalisierung ist unwichtig.

Es gibt wohl kein Modell, welches alle obengenannten Punkte voll erfüllt. Die DroLeg hat ein Bezugsmodell vorgestellt, welches diesem Anspruch ziemlich nahe kommt. Es ist nicht der Weisheit letzter Schluss, es müssen noch viele überlegungen angestellt werden, bevor ein solches Modell in die Praxis umgesetzt werden kann. Je länger aber ich an öffentlichen Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen dieses Bezugsmodell erklären, diskutieren oder verteidigen muss, je mehr bin ich persönlich davon überzeugt, dass ein solches oder ähnliches Modell der richtige Weg ist.

Damit wird nicht das Drogenproblem gelöst. Solange es Menschen gibt, wird es ein Drogenproblem geben, es wird aber auf ein akzeptables Mass zurückgeführt. Wichtig ist, dass man Modelle eines neuen Umganges mit Betäubiungsmitteln nicht an utopischen Vorstellungen einer drogenfreien Gesellschaft misst, sondern an der heutigen Realität.

 

 

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